Wie lange ist noch Zeit Ansprüche gegen VW geltend zu machen?

Verkehrsrecht:

Vorsicht! Auch im VW-Diesel-Skandal können Ansprüche verjähren. Regelmäßig verjähren Ansprüche binnen 3 Jahren nach Entstehung bzw. Kenntnis. Für die 1.6 und 2.0 TDI Motoren der Spezifikation EA 189 kann dies zum Jahresende eintreten.

Der VW-Diesel-Skandal: Ende 2015 musste der VW-Konzern eingestehen, dass unzählige Fahrzeuge mit Dieselmotor mit einer unzulässigen Motorsteuerungssoftware versehen sind. Er sah sich aufgrund der Vorkommnisse in den USA gezwungen, auch seinen deutschen Kunden das betrügerische Vorgehen zu offenbaren. Tatsächlich konnte VW nicht anders: das Kraftfahrt-Bundesamt hatte bereits die Prüfung der Dieselmotoren aus dem Hause VW eingeleitet. Festgestellt wurde: die 1.6 und 2.0 TDI Motoren der Spezifikation EA 189 sind mit einer unzulässigen Motorsteuersoftware ausgestattet. Hand in Hand mit dem Kraftfahrt-Bundesamt leitete VW den Rückruf und die „Umrüstung“ der Fahrzeuge ein. Der Rest ist Geschichte. Betroffen sind nicht nur Fahrzeuge von VW, auch Skoda und Audi sind direkt betroffen.

Seitdem sind unzählige Verfahren an Gerichten in ganz Deutschland anhängig. Die Verbraucher verklagen sowohl die Hersteller als auch die Händler auf Rückabwicklung des Kaufvertrags. Die Ansprüche gegen die Händler dürften mittlerweile alle verjährt sein. In der Regel verjähren Ansprüche aus dem Gewährleistungsrecht nach zwei (Neufahrzeugkauf) bzw. einem (Gebrauchtwagenkauf) Jahr ab Erhalt des Fahrzeugs.

Anders verhält es sich mit den Ansprüchen gegen VW selbst. Diese leiten sich nicht aus dem Kaufvertrag ab sondern liegen in der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung durch VW begründet. Der Anspruch hieraus verjährt innerhalb von drei Jahren. Die Verjährung beginnt mit Ende desjenigen Jahres, in dem der Anspruchsinhaber (Käufer) Kenntnis von dem Anspruch erlangt. Wie eingangs in Erinnerung gerufen, wurde der „Abgas-Skandal“ Ende 2015 aufgedeckt. Folglich verjähren die Ansprüche Ende 2018.
Auch dieser Anspruch richtet sich auf vollständige Rückabwicklung, also Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer Nutzungsentschädigung gegen Rückgabe des Fahrzeugs. In Betracht kommt auch Ersatz des Minderwertes, der durch den Diesel-Skandal entstanden ist.
Gerade dieser könnte sich später zu Ihren Ungunsten auswirken. Es mag sein, dass Sie mit Ihrem VW- Diesel zufrieden sind und auch keine negativen Auswirkungen des Software-Updates spüren, das große Erwachen kann dann aber beim Wiederverkauf des Fahrzeugs auf Sie warten. Die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt für betroffene Fahrzeuge fallen. Generell ist die Akzeptanz von Dieselfahrzeugen gesunken, was erst recht für betroffene VW-Modelle gilt. Dieser Wertverlust macht sich am Ende in Ihrem Geldbeutel bemerkbar.
Bisher fährt VW mit seiner Strategie der rechtlichen Abwicklung des Diesel-Skandals gut. Droht ein Gericht gegen VW zu entscheiden, ist der Konzern häufig für einen guten Vergleich gegenüber dem Kläger bereit. Hierin könnte Ihre Chance liegen.
Sicherlich wollen Sie wissen, wie die Erfolgsaussichten vor Gericht sind. Hierbei kann ihnen der Blick auf die Statistik des ADAC helfen. Diese wurde zuletzt Anfang September 2018 aktualisiert. Ganz überwiegend entscheiden die deutschen Gerichte für die Käufer und gegen VW. Die Statistik ist können Sie hier abrufen.

Wir helfen Ihnen bei der Durchsetzung Ihre Ansprüche vor dem Eintritt der Verjährung. Es heißt jedoch schnell sein.

Treten Sie mit uns in Kontakt und lassen Sie Ihre Erfolgsaussichten individuell prüfen.