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Muss ein Arbeitnehmer, der aus medizinischen Gründen keinen Mund- und Nasenschutz tragen darf, weiter beschäftigt werden?

In Zeiten der Corona-Pandemie sind die meisten Arbeitnehmer zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung am Arbeitsplatz verpflichtet. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass Mitarbeiter durch ein ärztliches Attest von dieser Pflicht befreit werden. Für Arbeitgeber
stellt sich die Frage, wie sie sich zu verhalten haben. Das sollten Betroffene wissen:

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Zum Fall
Der Kläger war als Verwaltungsmitarbeiter im Rathaus tätig und hatte seinem Arbeitgeber zwei Atteste vorgelegt, die ihn sowohl von der Maskenpflicht als auch dem Tragen von Gesichtsvisieren jeglicher Art befreiten.

  • Da im Rathaus für Besucher und Beschäftigte die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bestand, weigerte sich die Beklagte den Kläger unter diesen Umständen weiterhin im Rathaus zu beschäftigen.
  • Der Kläger verlangte, dass er ohne Mund- und Nasenschutz im Rathaus beschäftigt wird oder dass ihm die Möglichkeit gegeben wird, im Homeoffice zu arbeiten (LAG Köln 12.04.2021 – 2 SaGa 1/21).

Wirkt sich ein Attest auf die Arbeitsfähigkeit aus?

Ja!
Wer nicht zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung in der Lage ist, ist nach der Auffassung des LAG Köln arbeitsunfähig und darf aus diesem Grund nicht beschäftigt werden.

Kann der Arbeitnehmer verlangen, im Homeoffice beschäftigt zu werden?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass ein leidensgerechter Arbeitsplatz in Form einer Beschäftigung im Homeoffice zugewiesen wird.

  • Im konkreten Fall war das Gericht jedoch der Meinung, dass Teile der Aufgaben des Klägers nur im Rathaus erledigt werden können.
  • Trotz einer Beschäftigung im Homeoffice könnte der Kläger nicht alle seine Aufgaben erledigen und wäre somit weiterhin arbeitsunfähig (LAG Köln 12.04.2021 – 2 SaGa 1/21).

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